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Der HSG-Zulassungstest am 2. Juni 2026 – Neue Themenfelder, klare Grenzwerte und eine Zulassungsquote von 91 Prozent

Blick auf den Square und Campus der Universität St. Gallen (HSG)
Blick auf den Square und Campus der Universität St. Gallen (HSG)

Der HSG-Zulassungstest vom 2. Juni 2026 war aus unserer Sicht eine rundum gelungene Durchführung – organisatorisch wie inhaltlich. Bemerkenswert war zunächst, wie viele hervorragend vorbereitete Bewerberinnen und Bewerber sich in dieser Runde eingeschrieben hatten. Das Leistungsniveau im Teilnehmerfeld steigt von Durchführung zu Durchführung erkennbar an. Umso mehr freut es uns, dass unsere Teilnehmenden ihre Zulassungsquote von 91 Prozent halten konnten. Darauf sind wir stolz. Zugleich liefert diese Runde wertvolle Erkenntnisse über die inhaltliche Weiterentwicklung des Auswahlverfahrens, die wir im Folgenden ausführlich analysieren.


Ablauf: reibungslos und mit schneller Ergebnisrückmeldung


Zunächst zum Ablauf. Anders als im Februar 2026, als sich die Veröffentlichung der Ergebnisse um mehrere Stunden verzögerte und für erhebliche Unsicherheit sorgte, verlief diese Durchführung technisch und organisatorisch reibungslos. Bis auf einzelne Ausnahmen – vereinzelt kam es zu Unterbrechungen beim Proctoring – konnten alle Teilnehmenden den Test ohne Störungen absolvieren.

Auch die Auswertung erfolgte zügig: Die Ergebnisse lagen bereits am Mittag vor, in der Regel zwischen 12:00 und 12:30 Uhr. Für ein Verfahren dieser Größenordnung ist das eine bemerkenswert kurze Rückmeldezeit, die den Bewerberinnen und Bewerbern viel von der Anspannung genommen hat, die das Februar-Verfahren noch prägte.


Quantitative Probleme: ein neues Themenfeld tritt hinzu


Inhaltlich war die Durchführung nochmals anspruchsvoller als im Februar 2026. Besonders deutlich zeigt sich die Weiterentwicklung im Bereich Quantitative Probleme. Neben den klassischen Themenfeldern war eine klare Verschiebung hin zu Statistik und Stochastik zu beobachten, ergänzt um verschränkte Dreisatzaufgaben – also mehrstufige Aufgaben, in denen mehrere Verhältnisbeziehungen ineinandergreifen und nacheinander aufgelöst werden müssen – sowie um weiterführende Aufgaben zum logischen Denken.

Die aus unserer Sicht wichtigste Entwicklung ist jedoch das explizite Hinzutreten eines neuen Aufgabenbereichs: das Formalisieren naturwissenschaftlicher Sachverhalte. Gefordert ist hier die Fähigkeit, physikalische, chemische oder biologische Zusammenhänge unter Zeitdruck in ein mathematisches Modell zu überführen und dieses sauber zu lösen.

Diese Entwicklung kommt für uns nicht überraschend – wir hatten sie vorhergesagt. Zulassungscoach bereitet neben dem HSG-Verfahren auch auf zahlreiche ITB-Testformate vor, darunter ITB Business, ITB Science und ITB Technology. In mehreren dieser Verfahren wird das Formalisieren naturwissenschaftlicher Sachverhalte seit Längerem als eigenständiger, getrennt ausgewiesener Prüfungsbereich geführt. Aus unserer langjährigen Recherche- und Analysearbeit über diese Testfamilien hinweg war absehbar, dass dieser Aufgabentyp früher oder später auch Eingang in das HSG-Verfahren finden würde. Mit der Durchführung vom 2. Juni ist genau das eingetreten: Die entsprechenden Aufgaben sind nun explizit Bestandteil des Tests. Unsere Teilnehmenden hatten die neuen Inhalte bereits vorab in der Lern-App trainiert – am Testtag ein erheblicher Vorteil.


Diagramme und Tabellen: vom wirtschaftlichen zum naturwissenschaftlichen Kontext


Auch im Bereich Diagramme und Tabellen setzt sich eine Verschiebung fort, die sich bereits im Februar andeutete: weg von wirtschaftlichen Kontexten, hin zu Darstellungen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund. Aufgaben, die physikalische und biologische Sachverhalte beschreiben – Messreihen, Wachstumsverläufe, Konzentrations- und Dichtebeziehungen –, prägten das Aufgabenbild, während klassische betriebs- und volkswirtschaftliche Darstellungen deutlich zurücktraten.

Wir vermuten dahinter die Absicht, die Komplexität des Verfahrens aufrechtzuerhalten und zugleich einen neuen Aufgabentyp zu etablieren, der reine Routinevorbereitung entwertet. Wer ausschließlich mit den bekannten wirtschaftsbezogenen Darstellungen geübt hat, wurde am Testtag von ungewohntem Material überrascht. Wir passen unser Material eingehend an diese Entwicklung an – zu großen Teilen ist das bereits geschehen.


Die Grenzwerte der Durchführung vom 2. Juni 2026


Besonders aufschlussreich ist wie immer die Analyse der Grenzwerte. Die maximale Punktzahl lag erneut bei 130 Punkten pro Disziplin, somit bei 260 Gesamtpunkten. Der niedrigste Gesamtwert, mit dem nach den uns vorliegenden Ergebnissen eine direkte Zulassung ausgesprochen wurde, lag bei 234 Punkten. Bewerberinnen und Bewerber mit 231 Punkten erhielten hingegen keine Zulassung mehr. Der Cut-off für die direkte Zulassung lag damit im Korridor von 232 bis 234 Punkten – der faktische Abstand zwischen Zulassung und Ablehnung betrug nur drei Punkte.




Bemerkenswert ist darüber hinaus: Anders als in früheren Runden ist uns aus dieser Durchführung kein Fall bekannt, in dem eine Einladung zu einer zusätzlichen Interviewstufe ausgesprochen wurde. Ein etwaiger Übergangskorridor hätte mit 232 bis 233 Punkten außerordentlich schmal ausfallen müssen. Vieles spricht dafür, dass in dieser Runde im Wesentlichen unmittelbar anhand der Gesamtpunktzahl entschieden wurde.

Auch auf Ebene der Einzeldisziplinen lassen sich Untergrenzen erkennen. Unter den direkt zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten lag der niedrigste Einzelwert bei 125 Punkten in Quantitative Probleme und bei 109 Punkten in Diagramme und Tabellen. Entscheidend war dabei erkennbar die Gesamtsumme: Selbst starke 125 Punkte in Quantitative Probleme konnten einen Einbruch im zweiten Teilbereich nicht kompensieren, wenn die Summe unter dem Cut-off blieb. Die Leistungsdichte in der Spitzengruppe bleibt damit enorm hoch – teilweise entschieden ein bis zwei Aufgaben über den weiteren Verlauf des Verfahrens.


91 Prozent Zulassungsquote – und was dahintersteht


Trotz der gestiegenen Anforderungen und des neuen Themenfelds konnten unsere Teilnehmenden die Zulassungsquote von 91 Prozent halten. Nach unseren Erhebungen stammt zudem weit mehr als die Hälfte der in dieser Runde vergebenen Plätze von Bewerberinnen und Bewerbern aus unserer Vorbereitung – die meisten von ihnen kamen über unsere Vorbereitungsseminare an die Universität St. Gallen. Besonders hervorzuheben ist unser Crashkurs unmittelbar vor dem Testtermin: Fast alle Teilnehmenden dieses Formats erhielten eine Zulassung.

Diese Ergebnisse sind kein Zufall, sondern das Resultat mehrerer ineinandergreifender Bausteine. In unseren Q&A-Sessions unmittelbar vor dem HSG-Test konnten wir noch einmal viele offene Fragen klären – das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv: Die Sessions haben Unsicherheiten aufgelöst und kurz vor der Prüfung Sicherheit geschaffen. Ergänzend haben wir eine Woche vor dem Test eine große Fragestunde durchgeführt, an der zahlreiche Teilnehmende online teilnahmen und in der wir die wichtigsten Inhalte noch einmal systematisch durchgegangen sind.


Einen wachsenden Beitrag leistet zudem unsere Lern-App. Mit dem neu integrierten Forum können sich Teilnehmende untereinander austauschen, sodass viele Fragen bereits vorab innerhalb der Community geklärt werden – selbstverständlich streng vertraulich und vollständig DSGVO-konform. Die neuen naturwissenschaftlichen Sachverhalte waren in der App bereits vor dem Testtermin integriert, was unseren Teilnehmenden einen erheblichen Vorteil verschafft hat. Und nicht zuletzt haben unsere mathematisch exakt kalibrierten Testsimulationen, insbesondere im Rahmen der Seminare, einen wesentlichen Beitrag geleistet: Wer unter realistischen Bedingungen trainiert hat, wurde am Testtag von nichts überrascht.


Ausblick

Mit Blick auf die kommende Auswahlrunde ist eines klar: Das Teilnehmerfeld wird nicht schwächer, sondern stärker – und die inhaltlichen Anforderungen verschieben sich schneller als je zuvor. Das neue Themenfeld des naturwissenschaftlichen Formalisierens wird sich nach unserer Einschätzung weiter etablieren. We

r sich frühzeitig, strukturiert und mit aktuellem Material vorbereitet, verschafft sich einen realen Vorsprung. Denn der 2. Juni 2026 hat erneut gezeigt: In diesem Verfahren entscheiden drei Punkte über direkte Zulassung oder Ablehnung.


Wir freuen uns schon jetzt auf das kommende Auswahlverfahren und auf alle, die wir dabei begleiten dürfen.


Herzliche Grüße,

Paul Nitsche


 
 
 

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